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Diese Leseprobe enthält Auszüge aus den Vorträgen von Omraam Mikhael Aivanhov. – Seid eures Glückes eigener Schmied – Die Prüfungen des Lebens: eine Herausforderung an uns – Erschließt eure geistigen Reichtümer – Teilt euer Glück und nicht eure Sorgen mit den anderen – Arbeitet an der Reinigung der geistigen Atmosphäre – Verliert nie den Mut – Bringt eure Lichter zum Leuchten – Eine einfache Geste – Um reich zu werden, muss man geben – Unser bester Schutz: die Aura – Man ist niemals allein – Lebt in der Poesie – Ein magisches Geheimnis: die Dankbarkeit – Besinnt euch auf die glücklichen Momente eures Lebens
Die Kabbala sagt, dass das neue Jahr von den Sternen beeinflusst wird. Die Geburt eines Jahres ist vergleichbar mit der Geburt eines Kindes. Es ist die Geburt eines Lebens, welches ein Jahr dauern wird. Wenn ein Kind geboren wird, erstellt man sein Horoskop nach dem Tag und der Stunde seiner Geburt, um den Ablauf der Ereignisse in seinem Leben näher zu bestimmen. Für das Jahr trifft dasselbe zu, und man muss auch wissen, dass der erste Tag den ersten Monat bestimmt, der zweite Tag den zweiten Monat, der dritte Tag den dritten Monat usw. Man muss also zumindest für die Dauer der ersten zwölf Tage korrekt leben, denken, fühlen und handeln, um eine intelligente, lichtvolle Basis aufzubauen, dank derer die zwölf Monate des Jahres zum Guten hin beeinflusst und bestimmt werden.
Vergesst niemals, dass ihr durch die Meditation alle Möglichkeiten habt, eurem inneren Wesen, diesem geheimnisvollen und subtilen Wesen, einen Weg zu bahnen, damit es hervorkommen und sich entfalten kann.
Diese Broschüre war ein Auszug aus dem Izvor Taschenbuch Nr. 225 “Harmonie und Gesundheit” und ist zur Zeit vergriffen. Wann diese Broschüre nachgedruckt wird, ist ungewiss.
“Wenn du betest”, sagte Jesus, “geh in dein Zimmer, schließe die Tür und bete zu deinem Vater, der hier ist, an diesem geheimen Ort.” Was ist dieser geheime Ort, von welchem Jesus sprach? Nichts anderes, als ein Bewusstseinszustand. Wenn der Schüler Stille und Frieden in seinem Inneren herstellen kann, wenn er das Bedürfnis hat, dem Herrn seine Liebe kundzutun, so ist er bereits in diesem geheimen Raum. Ihr fragt euch, wo dieses Zimmer ist. Es kann im Herzen sein und auch im Intellekt oder in der Seele… In Wirklichkeit ist es ein höherer Bewusstseinszustand, in welchen ihr euch emporschwingen konntet.
Diese Broschüre war ein Auszug aus dem Izvor Taschenbuch Nr.: 219 “Geheimnis Mensch…” und ist zur Zeit vergriffen. Wann diese Broschüre nachgedruckt wird ist ungewiss.
Der Glaube an die Wiedergeburt ist eines der moralischen Grundgesetze. Weil man die Menschen über dieses Gesetz von Ursache und Wirkung – das von einer Existenz in die andere weiterwirkt – nicht aufgeklärt hat, kann man ihnen sagen was man will, sie werden sich nicht ändern. Derjenige dagegen, der weiß, dass die Schwierigkeiten und Prüfungen, denen er in der gegenwärtigen Existenz begegnet, das Ergebnis von Fehlverhalten in früheren Leben sind, wird nicht nur diese Schwierigkeiten annehmen, sondern sich zu einer Arbeit für das Gute entscheiden, um damit seine künftigen Wiedergeburten zu verbessern.
Während der ganzen Schwangerschaft muss die Mutter darauf achten, dass ihr Kind keinen negativen Einflüssen ausgesetzt ist. Im Geiste soll sie es bewusst mit einer Atmosphäre aus Reinheit und Licht umgeben, damit es vor Angriffen bösartiger Wesenheiten geschützt ist. Sie kann aber auch mit der Seele zusammenarbeiten, die sich inkarnieren will.
Auch wenn sie die Seele nicht sieht, kann sie trotzdem mit ihr sprechen: “Ich will dir helfen, ich gebe dir die besten Aufbaustoffe, aber du musst deinerseits für diese oder jene Fähigkeit sorgen, damit das Kind ein wunderbares Wesen wird!”
Wenn die Mutter diese kraftvollen, magischen Worte von ganzem Herzen ausspricht, dann strahlt sie bereits bestimmte Elemente aus, die der Geist des Kindes, der sich inkarnieren will, als Aufbaustoffe für seine verschiedenen Körper benutzt. Das Kind besitzt selbst nichts, es erhält alles von seiner Mutter, deshalb muss sie bewusst darauf achten, ihm nur das Beste zu geben und ihm durch ihre Gedanken und Gefühle nur die lichtvollsten und reinsten Elemente zuzuführen.
Diese Broschüre war ein Auszug aus dem Izvor Taschenbuch Nr.209 “Weihnachten und Ostern in der Einweihungslehre” und ist zur Zeit vergriffen. Wann diese Broschüre nachgedruckt wird ist ungewiss.
Ihr müsst wissen, dass es genauso geistige wie materielle Nahrung gibt. Genauso wie ihr jeden Tag Brot esst und Wasser trinkt, um euren physischen Körper zu ernähren, müsst ihr euch auch von der Sonne ernähren, von ihrer Wärme und ihrem Licht, um eure spirituellen Körper zu ernähren. Auf diese Weise werdet ihr wahrhaft lebendig. Bemüht euch also, den Sonnenaufgang jeden Tag so zu betrachten, als würdet ihr ihn zum ersten Mal sehen, und er wird euch immer neu erscheinen.
Der zum geistigen Leben erwachte Mensch gleicht einer lebendigen Quelle, aus der klares Wasser fließt und an dessen Ufer sich Pflanzen, Tiere und Menschen ansiedeln, eine ganze Zivilisation. Seine Religion ist die wahre Religion der göttlichen Liebe und der göttlichen Weisheit. Das Universum ist ihm der wirkliche Tempel Gottes, in dem die Sonne der Hohepriester und die Sterne die Lichter sind. Wer im Geiste erneuert wurde, dessen unsichtbare Kanäle sind endlich freigelegt, um die Liebe und die Weisheit aufzunehmen. Er gleicht dem vollkommenen Prisma, das die sieben Lichtkräfte in seinem Innern aufteilt und auf alle Wesen ringsum ausstrahlt. Er versteht die Macht des Feuers über das Wasser zu nutzen. Er studiert die wahre Alchimie, die wahre Astrologie und die Kabbala, die in ihm selbst sind. Er überwacht seine Gebärden seines Gesichts, alle Bewegungen, die er mit dem Körper ausführt und gibt auf jedes seiner Worte Acht, um ein wahrer Magier zu werden. Schließlich gleicht der geistig Wiedergeborene den Bienen, die ein großartiges Beispiel für eine hochentwickelte Gesellschaft geben und wissen, wie man Honig bereitet: Er arbeitet für die Verbreitung der Idee der universellen Brüderlichkeit auf der Erde und lernt, den geistigen Honig in seinem Leben herzustellen.
Die Menschen arbeiten, vergnügen sich und geben sich allerlei Beschäftigungen hin, aber dabei wird ihr Leben beschmutzt, geschwächt, es geht abwärts mit Ihnen, denn sie kümmern sich nicht weiter darum. Sie meinen, da sie ja einmal das Leben haben, können sie es benutzen, um dieses oder jenes zu erreichen, um Reichtum, Wissen und Ruhm zu erlangen… So schöpfen und schöpfen sie aus ihrer Lebensenergie… und wenn dann alales ausgeschöpft ist, müssen sie wohl oder übel alle Aktivitäten einstellen. Es aber unsinnig, so zu handeln, denn wenn man die Lebensenergie verliert, hat man keine Kraftquelle mehr. Darum haben die Weisen schon immer gesagt, die Hauptsache ist das Leben, und darum muss man es bewahren, läutern, heilig halten und daraus entfernen, was hinderlich oder störend wirkt; denn durch das Leben erhält man schließlich alles: Intelligenz, Stärke, Schönheit, Kraft… Die größte weiße Magie besteht darin, ein reines und lichtvolles Leben zu führen.
Es gibt eine Welt der Harmonie, eine ewige Welt, aus der die unendliche Vielfalt der Formen, Farben, Klänge, Düfte und Geschmacksrichtungen hervorgegangen ist. Wem es gelingt, sich dieser Welt zu nähern, der erlebt Empfindungen von einer solchen Fülle und Intensität, dass er sich nichts weiter wünscht. Das ist ein unbeschreiblicher, ja fast unerträglicher Zustand. Die Berührung mit dieser Harmonie lässt ihn begreifen, wie das Universum lebt und schwingt, wie es aufgebaut ist und was seine Bestimmung ist. Man glaubt, man müsse forschen, studieren und lesen, um hinter die Geheimnisse der Schöpfung zu kommen. Aber so ist es nicht; um das Universum zu ergründen, muss man lernen, mit diesem in Einklang zu schwingen, und zwar über die Organe der geistigen Erkenntnis wie das Sonnengeflecht, das Harazentrum, die Aura .. Die ganze Stärke des Spiritualisten liegt in seinem Willen, sich in Harmonie mit dem Allkörper zu bringen, den Gipfel zu erreichen und ein kosmisches Leben zu leben.
Jesod ist die neunte Sephira im Baum des Lebens und bedeutet im Hebräischen Grundlage, Fundament. In ihrer höchsten Ebene regiert der Herr Schadai El Hai. In Jesod befindet sich auch die Engelordnung der Kerubim (die Engel der christlichen Religion), angeführt vom Erzengel Gabriel. Der materielle Aspekt der Sephira Jesod ist der Mond, der in seinem spirituellen Ausdruck die Reinheit symbolisiert…
Im Evangelium heisst es: Selig die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.” Gott bedeutet die Fülle aller Sephirot zusammen, d.h.: Wissen, Erkenntnis, Einsicht von Hod; Licht und strahlender Glanz von Tipheret; Macht von Geburah, d.h. der Sieg über alle Schwierigkeiten, über die inneren und äusseren Feinde; Schutz und Gerechtigkeit, Güte und Großmut von Hesed; Standfestigkeit, Ausdauer, das Wissen um Schicksal und Karma von Binah; ewige Weisheit und unaussprechliche Harmonie von Hokmah; Allmacht von Kether. Und Jesod, die Grundfeste, nimmt die Tugenden aller Sephirot in sich auf; sie ist deren Verdichtung und Synthese. Diese Sephira wird die Grundlage genannt, weil die Reinheit das Fundament aller geistigen Realisierungen ist.”
Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf die Sonne – das Zentrum unseres Universums – richten, nähern wir uns unserem eigenen Zentrum, unserem höheren Ich, unserer Sonne. Wir vereinigen uns mit ihr, um nach und nach wie sie zu werden.
Aber sich auf die Sonne zu konzentrieren bedeutet auch, all seine Gedanken, Wünsche und Energien in Bewegung zu setzen für die Verwirklichung des höchsten Ideals. Derjenige, der daran arbeitet, die Vielzahl ungeordneter Kräfte, von denen er hin und her gerissen wird, zu vereinheitlichen, um sie in eine einzige, lichtvolle, nützliche Richtung zu lenken, wird zu einem so mächtigen Zentrum, dass er durch den Raum hindurch Strahlen aussenden kann. Ja, der Mensch, der die Kräfte seiner niederen Natur beherrscht, ist fähig, seine Wohltaten auf die gesamte Menschheit auszudehnen und er wird der Sonne gleich. Seine errungene Freiheit erweitert sein Bewusstsein in einem Maße, dass alle Menschen davon berührt werden. Er schickt ihnen die Fülle der aus ihm strömenden Liebe und sein Licht…
Immer mehr Menschen auf der Erde sollten fähig sein, sich dieser Arbeit mit der Sonne zu widmen, denn nur die Liebe und das Licht werden die Menschheit verwandeln.
Viele Esoteriker sehen ihre Aufgabe darin, ihre Schüler im Sinne einer rein intellektuellen Verfeinerung religiöser und philosophischer Lehren zu unterweisen, Meister Omraam Mikhael Aivanhov dagegen geht mit seiner Lebenslehre in Bereiche, die wesentlihc tiefer und umfassender sind. Sein Anliegen ist es, ein Wissen von erzieherischem Wert zu vermitteln, das sowohl im praktischen als auch im spirituellen Leben von jedermann unmittelbar anwendbar ist. Das Thema der hier ausgewählten Vorträge ist die Erziehung des Menschen zu Höherem. Der Leser wird überrascht sein eigenes Verhalten wie in einem Spiegel durch bildhafte Darstellungen wieder erkennen. Er kann dadurch seine Entwicklungsstufe einschätzen und findet außerdem wertvolle Anleitungen, um sich über seine Schwächen und Fehler zu erheben. Er nimmt dabei wahr, dass seine Triebnatur, die “Personalität”, die er als Ursache seiner Behinderungen empfunden hat, ihm zu einer wertvollen Hilfe wird. Anstatt ständig sein niederes Ich zu bekämpfen, was immer wieder zu Niederlagen führt, lernt er es zu seinem geistigen Wachstum zu nutzen. Er entdeckt allmählich eine höhere Kraft, die “Individualität”, die strahlend, ausgleichend und versöhnend über allen Gegensätzen steht und diese zur Schaffung innerer Harmonie und wahrer brüderlicher Beziehungen zu verwenden weiß.
Die Landwirte waren die ersten Moralisten, sagt Meister Omraam Mikhael Aivanhov. “Wenn sie nicht säen, erwarten sie auch keine Ernte, und wenn sie Salat pflanzen, wissen sie, dass sie keine Karotten ernten werden. Und warum hofft nun ein Mensch darauf, Liebe und Frieden zu ernten, wenn er Hass und Zwietracht sät? Wenn man einen Marmorpalast haben will, verwendet man keine Ziegelsteine. Wenn man einen gesunden Körper haben will, isst man keine fauligen Nahrungsmittel. Wie sollte man also eine solide, widerstandsfähige psychische Struktur, eine klare Intelligenz und ein großzügiges Herz haben, wenn man unaufhörlich ungeordnete, von Begierden und Groll vergiftete Gedanken und Gefühle hin und her wälzt? Wie bei der Nahrung oder beim Bau eines Hauses, so muss man auch bei seinen Gedanken und Gefühlen eine Auswahl treffen. Die Gesetze, die man in den anderen Bereichen der Natur und der Technik entdeckt hat, gelten auch für unsere psychische Struktur. Weder die Menschen noch die Gesellschaft haben die Moral erfunden, sie ist überall in der Natur aufgezeichnet, sie ist die Weiterführung der Naturgesetze in unserer psychischen Struktur. Wenn der Mensch diese Gesetze der Natur nicht achtet – ganz gleich ob die Gesellschaft das erkennt oder nicht – muss er das mit Leiden und Krankheiten bezahlen.”
Um dem Bedürfnis nach Anleitungen für das spirituelle Leben gerecht zu werden, wurde in diesem Band ein Teil der von Omraam Mikhael Aivanhov gegebenen Übungen zusammengestellt, die er im Laufe seiner Vorträge erwähnte. Sie sind alle sehr einfach und leicht durchführbar, aber überaus wirksam. Einige davon beziehen sich auf den Alltag, andere betreffen insbesondere das spirituelle Leben. Alle diese Methoden gründen auf dem esoterischen Wissen, dessen Aufgabe es ist, das vorzubereiten, was die heiligen Schriften einen “Neuen Himmel und eine Neue Erde” nennen, d.h. eine Wandlung der Denk- und Lebensweise des Menschen. In der Sprache der Eingeweihten, der Wissenden, sagt Meister Omraam Mikhael Aivanhov, “in der Sprache der ewig währenden Symbole, bedeutet ‘Neuer Himmel’ eine neue Lebensauffassung und Erkenntnis, ‘Neue Erde’ eine neue Haltung, ein anderes Verhalten. Die Neue Erde ist das neue Verhalten, das aus einer gewandelten Denkweise, einer neuen Weltanschauung hervorgeht. Alle praktischen Übungen und Hinweise, die Ihr erlernt und übt, sind die Neue Erde.
Es scheint, als wäre über Liebe und Sexualität bereits alles gesagt. Unbeachtet jedoch bleibt die Tatsache, dass die Kraft der Liebe, die sich in jedem Menschen kundtut, zur höchsten Entfaltung des Geistes genutzt werden kann. Männer und Frauen wissen nicht, was sie eigentlich zueinander hinzieht: Sie folgen blind dieser Anziehungskraft. Und nehmen ihre Erlebnisse meist ein enttäuschendes, unwürdiges Ende, so liegt ihnen doch der Gedanke fern, dass sie ihre Auffassung von Liebe und Sexualität berichtigen sollten. Die Eingeweihten lehren, dass Mann und Frau die Repräsentanten der zwei Uraspekte Gottes sind: des ewig Männlichen und des ewig Weiblichen, woraus das ganze Universum erschaffen wurde und dass sie dieselbe Schöpfermacht in sich tragen. So wie die Vereinigung von Geist und Materie kann auch die Vereinigung von Mann und Frau neue Welten erschaffen. Dazu bedarf es jedoch in der Liebe eines erweiterten Verstehens, einer vertieften Auffassung, besonderer Regeln und Verhaltensweisen, wie sie trotz des sich verbreitenden Schrifttums über tibetanische Tantrik noch nie gelehrt wurden. Darum mag auch der Inhalt dieses Bandes den Leser erstaunen, denn sie werden seine bisherigen Ansichten und Meinungen erschüttern. Ist ihm jedoch ernsthaft an geistigem Wachstum gelegen, dann wird er daraus erfahren, wie er kraft der Liebe zu seinem Gottgewollten Endziel gelangt.
Wenn ihr auf eure Umwelt einen guten Einfluss ausüben wollt, dann verbindet euch jeden Tag mit der Sonne, fangt einige Teilchen von ihr auf, die ihr dann an die anderen weitergeben könnt. Nur die Sonne kann euch die beste Einstellung gegenüber den Menschen vermitteln. Solange jemand kein warmherziges, lichtvolles Leitmotiv hat, überlässt er sich seinen niederen Trieben. Seht einmal, wie es in der Welt zugeht: Man sieht nur Leute, welche die anderen ausnutzen, unterdrücken oder beiseite drängen wollen. All das ist gar nicht ruhmvoll! Die Sonne gibt euch dagegen das Bild eines strahlenden, weitherzigen Wesens, und ihr werdet von ihr beeinflusst. Selbst wenn wir annehmen, sie sei nach unseren Maßstäben kein mit Verstand oder Vernunft ausgestattetes Wesen, so kann ihr Licht und ihre Wärme uns nur großzügigere Gedanken und brüderlichere Einstellungen vermitteln.
Warum wird der Mensch in ein ganz bestimmtes Land, in diese oder jene Familie hineingeboren? Warum erfreut sich der eine bester Gesundheit, ist intelligent, reich, mächtig und berühmt, während der andere behindert oder benachteiligt ist? Was ist Ursprung und tieferer Sinn der Verbindungen, die wir oft ohne unser Zutun mit anderen eingehen?… Selbst derjenige, der sich vollkommen frei fühlt, ist seinem Schicksal unterworfen, weil der die Gesetze, von denen es bestimmt wird, nicht kennt. Wenn ein Meister seinen Schülern diese Gesetze enthüllt, hilft er ihnen nicht nur, die verschlungenen Fäden ihres Daseins zu entwirren, sondern bietet ihnen damit auch alle Möglichkeiten, selbst Herr ihres Schicksals zu werden.
Die tatsächliche Erziehung eines Kindes beginnt vor der Geburt, weil sie sich zunächst im Unterbewusstsein vollzieht. Die Mutter kann durch ihre Gedanken, Gefühle und durch ihr ausgeglichenes Verhalten günstig auf die Seele des Kindes, das sie trägt, einwirken. Dieser magische Einfluss soll auch nach der Geburt weiterhin auf das Kind ausgeübt werden und deshalb sollten die Eltern wissen, wie empfindsam der Säugling auf seine Umgebung reagiert. Die Eltern und Pädagogen sollten schließlich ihre erzieherische Aufgabe durch ihr eigenes gutes Vorbild fortsetzen.
Dieses Buch ist kein Diät-Handbuch. Für Meister Omraam Mikhael Aivanhov kommt es nicht so sehr darauf an zu wissen, was oder wieviel man essen soll, sondern wie man isst und welche Einstellung man zur Nahrung hat. Den Leser mag vielleicht die aussergewöhnliche Überlegung erstaunen, das Essen aus seiner täglichen Banalität zu lösen, um ihm wieder die geistige Bedeutung eines Heiligen Abendmahls zukommen zu lassen. Aber selbst derjenige, dem diese spirituelle Einstellung fremd ist, wird nachvollziehen können, wie er durch seine Einstellung zur Nahrung ein tieferes Verständnis der Beziehung zwischen Mensch und Natur gewinnen kann. Denn es ist die Natur, die dem Menschen seine Nahrung gibt. Durch seine Gedanken und Gefühle kann der Mensch jene höchst subtilen Elemente der Nahrung aufnehmen, die zur Entfaltung seines ganzes Wesens beitragen.
Obwohl der Drache ein Fabelwesen ist, das in allen Mythologien und sogar in der christliche Ikonographie auftritt, ist er doch keine an den Haaren herbeigezogene Erfindung. Es ist das Symbol der Triebkräfte im Menschen. Das ganze Abenteuer des spirituellen Lebens besteht darin, diese Kräfte zu bändigen, zu zähmen und zu lenken, um sie als Antriebsmittel auf dem Weg zu den höchsten Gipfeln des Geistes zu verwenden. Denn wenn dieses feuerspeiende Ungeheuer mit Schlangenschwanz auch Flügel besitzt, so ist dies der beste Beweis dafür, dass die Kräfte, die es verkörpert, eine spirituelle Bestimmung haben. Meister Omraam Mikhael Aivanhov sagt: “Die Sexualkraft ist eine Energie, die mit Benzin vergleichbar ist. Unwissende und Ungeschickte werden von ihr verbrannt, während die Eingeweihten, die mit ihr umzugehen wissen, sich in den Weltraum aufschwingen könnten.” Dies ist die Bedeutung des geflügelten Drachens.
“Sehr viele Menschen arbeiten gegenwärtig für den Frieden in der Welt. Aber im Grunde tun sie nichts, um den Frieden tatsächlich zu verwirklichen. Sie haben nie daran gedacht, dass zunächst alle Zellen ihres Körpers, alle Partikel ihres physischen und psychischen Wesens den Gesetzen von Frieden und Harmonie folgen müssen, um den angestrebten Frieden ausstrahlen zu können. Die Menschen reden und schreiben über den Frieden, aber in sich nähren sie den Krieg, indem sie ständig gegen die eine oder andere Sache kämpfen. Welchen Frieden wollen sie da bringen? Der Mensch muss den Frieden zunächst in sich selbst, in seinen Handlungen, Gefühlen und Gedanken herstellen; erst dann arbeitet er wirklich für ihn.”
Die Christen feiern alljährlich Weihnachten und Ostern, um der Geburt und der Auferstehung Jesu zu gedenken. Diese Feste rühren von einer alten Tradition der Einweihungslehre her, die schon lange vor dem Zeitalter des Christentums existierte. Sie fallen im Jahreszyklus auf die Winterwende und die Tag- und Nachtgleiche im Frühling. Sie weisen hiermit auf ihre kosmische Bedeutung hin und lehren, dass der Mensch – Teil des Kosmos – mit der Trächtigkeit und dem Wachstum in der Natur eng verbunden ist. Weihnachten und Ostern – die zweite Geburt und die Auferstehung – sind in Wirklichkeit nur zwei verschiedene Darstellungen für die Erneuerung des Menschen und sein Eintreten in die geistige Welt.
Die Existenz des Bösen in einem Universum, das von einem vollkommenen Gott geschaffen wurde, ist ein Rätsel, mit dem Philosophen und Religionen nie aufgehört haben, sich zu befassen. Indem er sich auf das Wesentliche der jüdisch-christlichen Tradition beruft, besteht der Meister Omraam Mikhael Aivanhov vor allem auf der Tatsache, dass die wahren Antworten auf die Frage des Bösen nicht in Erklärungen liegen, sondern in Methoden. Was auch immer sein Ursprung ist – das Böse ist eine innere und äußere Wirklichkeit, der wir täglich ausgesetzt sind und auf das wir lernen müssen einzugehen. Es ist nutzlos und sogar gefährlich, das Böse bekämpfen zu wollen, denn der Kampf ist gar zu ungleich. Aber man muss die Methoden kennen, mit denen man es meistern und umwandeln kann.
Die Freiheit ist zu einem so bedeutenden politischen Schwerpunkt geworden, dass wir nach und nach ihren wahren Sinn in bezug auf den Menschen aus den Augen verloren haben. Meister Mikhaël Aïvanhov will diesen Sinn, d.h. die Beziehung zwischen Geist und Materie wieder richtig stellen, wenn er sagt: ,Alle Lebewesen sind auf gewissen äußere Elemente angewiesen, nur Gott entgeht diesem Gesetz. Nur Er schöpft alles aus Sich selbst. Da Er nun allen menschlichen Wesen einen Funken, eine Geist gegeben hat, der die gleiche Beschaffenheit hat wie Er selbst, kann auch jeder Mensch kraft dieses Geistes erschaffen, was er braucht… Die Lehre, die ich euch vermittle, ist die Lehre des Geistes, des Schöpfers, und nicht die Lehre der Materie, der Schöpfung. Deshalb rate ich euch, in den Bereich des schöpfenden, formenden, gestaltenden Geistes einzutreten, dann werdet ihr der Macht der Außenwelt mehr und mehr entkommen und frei sein.
Wie oft sagt man zur Rechtfertigung gewisser Schwächen: “Das ist menschlich!” Wenn man aber richtig überlegt, bedeutet “menschlich” eigentlich “tierisch”. Wie also lässt sich die menschliche Natur definieren? Der Mensch ist das doppelgesichtige Wesen, das in seiner Evolution zwischen tierischer und göttlicher Welt steht. Er muss sich seiner doppelten Natur bewusst werden, um sie zu überwinden. Die Aussage der heiligen Schriften: “Ihr seid Götter”, soll den Menschen an den in ihm verborgenen göttlichen Wesenskern erinnern, den es zu entwickeln und sichtbar zu machen gilt. Der Meister Omraam Mikhaël Aïvanhov sieht hier den wahren Sinn unseres Lebens; immer wieder kommt er auf diesen Punkt zu sprechen und zeigt uns, wie wir die Götter, die wir sind und die wir noch nicht kennen, auch nach aussen hin verwirklichen können.
Omraam Mikhaël Aïvanhov zufolge ist die ganze Lehre Christi in den wenigen Zeilen des Vaterunser enthalten. Er sagt: “Ein Eingeweihter geht wie die Natur zu Werke. Seht einmal, wie sie in einem winzigen Samen einen ganzen Baum mit Wurzeln, Stamm, Ästen, Blüten und Früchten zusammenfasst. Jesus hat das Gleiche getan: Er hat sein ganzes Wissen im Vaterunser kondensiert in der Hoffnung, dass die Menschen, die es sprechen und über es meditieren, es als Samen in ihre Seele legen, es begießen, schützen und aufblühen lassen, damit es zu dem unermesslich großen Baum der Einweihungswissenschaft heranwächst, die er uns hinterlassen hat.”
Wir leben mitten in einer Zivilisation, die von uns verlangt, dass wir lesen und schreiben können – und es ist gut so – denn Lesen und Schreiben werden immer notwendig sein. Beide Tätigkeiten sollte man aber auch auf höheren Ebenen ausüben können. In der Einweihungswissenschaft versteht man unter dem Wort lesen die Entschlüsselung der subtilen, verborgenen Seite aller Dinge und Lebewesen, sowie die Auslegung aller Symbole und Zeichen, die die kosmische Intelligenz im großen Buch der Natur überall eingeprägt hat. Und schreiben heisst, das große Buch der Natur mit eigener Prägung zu versehen und durch die magische Kraft des eigenen Geistes auf Steine, Pflanzen, Tiere und Menschen einzuwirken. Folglich sollte man nicht nur auf dem Papier lesen und schreiben können, sondern in allen Regionen des Universums.
Schon beim ersten Blick in die Evangelien fällt die erzählerische Form auf. Wenn auch manche Phasen des Lebens Jesu im Schatten bleiben, berichten doch die Evangelien zuweilen über dieses oder jenes Detail aus Seinem Alltagsleben, und Seine Lehre selbst wird oft in Form von allegorischen Darstellungen wiedergegeben. Die Auslegungsmethode des Meisters Omraam Mikhaël Aïvanhov ruft erhebliches Interesse hervor, denn diese kurzen Geschichten, die sich auf konkreter oder symbolischer Ebene abspielen, werden als psychologische Gegebenheiten und Situationen aufgefasst. Die zehn Jungfrauen, die zur Hochzeit des Bräutigams eingeladen sind – der wohlhabende Besitzer, der von seinem Verwalter Rechenschaft verlangt – der Herr, der hinausgeht, um Arbeiter für seinen Weinberg zu dingen – die Jünger, die der Sturm dermaßen erschreckt, dass sie den auf dem Schiff schlafenden Jesus wecken müssen – die Frage um den Steuerbetrag, der dem Kaiser zukommen soll… all diese Berichte werden von ihren darstellerischen, pittoresken Elementen befreit, also von all dem, was rein äußerlich und von begrenzter Tragweite ist, um so als beständige Realitäten unseres inneren Lebens zu erscheinen, in dessen Tiefe sich die entgegengesetzten Kräfte der geistigen und materiellen Sphären bekämpfen und wieder versöhnen.